Singen macht Spaß 


Wir waren dabei:

Jubiläumskonzert: Chor und Orchester im Einklang

Augsburger Allgemeine, 30.04.2012
Text, Foto:  Manfred Arloth

Sinfonisches Blasorchester Rain und großer Projektchor begeistern am Samstagabend das Publikum in Rain. 335 Mitwirkende und 700 Zuhörer

Rain „Nur wer eine Vision hat, kann Großes schaffen“, meinte Moderator Hans Hönig beim großen Jubiläumskonzert „150 Jahre Chorverband Bayerisch-Schwaben“ in der voll besetzten Dreifachsporthalle. Die Vision hatte nicht nur Reiner Pfaffendorf, der umsichtige und tatkräftige Vorsitzende des Sängerkreises Unterer Lech, sondern er setzte sie auch zusammen mit Diplommusiker Andreas Nagl, Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters der Stadtkapelle Rain, in ein denkwürdiges, unvergessliches Konzerterlebnis um. Auch Moderator Hans Hönig hatte daran großen Anteil.

Allein schon der imposante Anblick – an der östlichen Stirnseite der Halle im Hintergrund der riesige Projektchor mit seinen 250 Personen in bunter Kleidung, Mitglieder von fast 20 Chören der Region um Rain, davor die 85 Musiker der Stadtkapelle in blauer Uniform – ließ erwartungsvolle Festtagsstimmung unter den rund 700 Zuhörern aufkommen.

Beim Musizieren geht es um Gemeinschaft

Mit Ludwig van Beethovens „Freude, schöner Götterfunken“ gelang dem Chor und dem Orchester ein guter Einstieg. Bürgermeister Gerhard Martin, Schirmherr des Konzerts, meinte in seinem Grußwort, dass die Veranstaltung dazu beitragen könne, den Besuchern zu zeigen, wie schön und bereichernd es sein kann, in der Gemeinschaft zu singen. Im Chor, in der Kapelle gehe es nicht allein um Musik, sondern auch um Gemeinschaft, Freundschaft, Zusammenhalt, Freude und Spaß. Hübsche Melodien in flottem Marschtempo, aber auch immer wieder markante Paukenschläge waren dann bei der Sinfonia „La Corona d’Italia“ von Sebastiano Vitaliti zu hören. Vier Sätze aus Carl Orffs „Carmina Burana“ folgten. Populär ist allein schon der wuchtige Chorsatz bei „O fortuna“ mit der genialen Steigerung der Lautstärke und des Tempos. Dieses wohl anspruchsvollste Werk des Abends, eine Herausforderung an den Projektchor („astronomische Stimmhöhen“), aber auch an die Musiker, wurde eindrucksvoll gemeistert. Mit einem Juwel sinfonischer Blasmusik, der Komposition „Synergy Rising“ von Ryan Nowlin, bei dem farbenfroh alle Register gezogen wurden und den Musikern technische Höchstleistungen abverlangt wurden, ging es in die Pause.

Dass es auch Sängernachwuchs gibt, einen guten Jugendchor mit Beteiligten aus Staudheim und Mertingen, mit Verstärkung durch den Kolpingchor Genderkingen und einigen begeisterten erwachsenen Sängern, das konnte man bei „Hello, Goodbye“, einem mitreißenden Beatles-Medley, sehen und hören. Eine klassisch schöne Melodie erklang dann wieder mit dem großen Projektchor bei dem in der Originalsprache auf italienisch gesungenen „Gefangenenchor“ aus der Oper Nabucco von Giuseppe Verdi.

Eine gefällige (Film-)Melodie, die ebenfalls das Herz berührte, folgte: „1492 – The Conquest of Paradise“, komponiert 1992 vom Griechen Vangelis. Der Boxer Henry Maske verwendete 1994 dieses Lied für den Einmarsch in den Ring bei der Weltmeisterschaft und verhalf ihm damit zu Weltruhm. Die fünfsätzige Tom-Sawyer-Suite von Franco Cesarini – amerikanischer Sound, frech, witzig, burlesk, quicklebendig und schalkhaft, aber auch mit zuweilen martialischem Forte – leitete über zum schottischen Lied „Nehmt Abschied, Brüder“ und der Bayernhymne.

Am Ende konnte man gar nicht anders, als sofort aufzustehen und allen Akteuren, dem Projektchor, dem Sinfonischen Blasorchester der Stadtkapelle Rain und dem Moderator frenetischen Beifall zu spenden für dieses herausragende Konzerterlebnis.



Die Chorgemeinschaft Burgheim beteiligt sich an dem Projektchor "150 Jahre Chorverband Bayerisch-Schwaben"

Für einen Eindruck sorgt ein Zeitungsausschnitt, der anlässlich der 1. gemeinsamen Probe am 04. Februar 2012 erschienen ist.